12.07.2014 – Fähre, Abschiedsschmerz und back in Germany

Heute Morgen frühstückten wir ein letztes Mal draußen/in Norwegen/am Fjord *heul
Wir packten alles zusammen, zahlten noch die restliche Wucher-Rate für den Campingplatz und rollten nach Langesund. Beim Coop-Supermarkt noch alle (!) unsere verbliebenen NOK in Wurst, Butter (ekte smor), Bier und Kaugummis angelegt. Punktlandung.
Weiter zum Fähranleger und brav als einige der Ersten in die Reihe gestellt. Campingstühle ausgepackt und huldvoll der Parade von diversen Boote, die wohl nur uns zu Ehren den Fjord entlang tuckerten, gewunken. Kamen nach gefühlten drei Stunden als ziemliche letzte auf die Fähre, die mit etwas Verspätung ablegte.
Direkt aufs Sonnendeck, das seinem Namen alle Ehre machte und ein nettes Bänkchen ergattert. Diesmal waren wir auch versorgungstechnisch viel besser aufgestellt als bei der Anreise: belegte Brote, Eier, Obst, Haribo, Schoki, Erdnüsse, Wasser – für alle Eventualitäten gerüstet.
4,5 Stunden dauerte die Fahrt zurück nach Hirtshals, bei der man deutlich merkte, dass Samstag war. Gefühlte 200 Kinder sprangen umher, teils sehr drollig anzuschauen. Hunde, die unweit unseres Sitzplatzes im “Hundehotel” des Dampfers untergebracht waren (wobei das Hotel einfach nur ein dunkler Raum war, in dem Gitterboxen rumstanden und die Hunde im Chor jaulten, während deren Besitzer sich wohl beim Musical-Quiz oder Familien-Bingo oder vielleicht auch im tax-free-shop unter Deck vergnügten – Idioten!) trugen zur wuseligen Stimmung ebenfalls ihr Teil bei. Nichtsdestotrotz konnten wir alle drei ein Mittagsschläfchen halten, während uns die Sonne ins Gesicht schien und der Fahrtwind um die Nase blies. Very nice. Wir trauten uns beinah nicht, uns als Deutsche enttarnen zu lassen, ob zweier wunderbarer Exemplare von Deutschtouris: Beide, die 50 überschritten, Sie im Leokleid mit schiefem seitlichen Pferdeschwanz à la 80ger und einer Plastikhawaiikette in Deutschland-Farben keck in’s Haar gebunden. Er, tendenziell nicht erwähnenswert, kurze Hosen, Socken, Sandalen, Adlerhemd incl. Tribals AAAHH.. Die Hoffnungen, dass es sich hierbei um peinliche Belgier handelt, zerschlug sich schnell.
Nach geraumer Zeit verschwand auch das letzte bißchen norwegischer Küste aus unserem Blickfeld was uns etwas wehmütig werden ließ. Die trüben Gedanken vertrieben wir mit lesen und dem Verspeisen unseres leckeren Proviants; im Nullkommanix hieß es schon wieder: “Zurück zu den Fahrzeugen!”. Leichter gesagt als getan! Den Stau auf der Treppe überwanden wir mit stoischer Geduld und Wundern über Leute, die tatsächlich nochmal entgegen dem Strom nach oben latschen mussten.
Entgegen unserer Erwartungen kamen wir zügig von der Fähre runter und konnten die Fahrt auf der Straße fortsetzen. Durch Dänemark sollte es heute bis zum Zwischenstopp in Sankt Peter-Ording gehen. Sportliche 450 km waren noch zu fahren. Busfahrer Lasslo, nach dem Schläfchen gleichsam hochmotiviert, fuhr diese ohne mit der Wimper zu zucken runter. Schnell noch beim dänischen Schnellrestaurant insgesamt 35€ für drei Burger, Pommes und Getränke liegen lassen und HÜPP-HÜPP weiter gedüst.
Next Stop war eine Tankstelle bei Husum mit allem was man sich nur wünschen konnte: Offen, Diesel fürs durstige Womo und besoffene Russen – teils mit nacktem Oberkörper – die um halb eins Wodka kaufen. Ein Erlebnis der besonderen Art!
Kurz darauf dann endlich Ankunft bei unserer wundervollen Gastgeberin. Womo geparkt, gemütlich im Wohnzimmer gesessen, gequatscht, Feierabend-Getränk am Start, Katze gekrault (wobei sich die kluge Mulli natürlich zielstrebig Katzenhaarallergikerin Tine als Schmuse-Opfer auswählte, Konsequenz: Cetrizin mit Hugo runterspülen) und irgendwann (keiner weiß es mehr genau – Tine meint, es war ca. 3:00 *schnarch) zum letzten Mal für diesen Urlaub ins Womo-Bett gefallen.

Heimreise

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Hallo Deutschland!
Wetter könnte besser sein, aber nach einem fulminanten
Frühstück in SPO ist der Abschiedsschmerz vom wunderschönen Urlaub etwas gelindert. Vielen Dank liebste Bianca für deine Gastfreundschaft!

11.07.2014 – Telemark-Kanal, Kirchen aus Karbonatit und Fahrt an die Südküste

Wo waren wir? Ah, ja – da. Um halber aus den Federn in die Sonne geblinzelt und gefrühstückt. Dabei dem Rodeo-Mann im Winnebago beim Ausräumen seines Kühlschranks (stand außen an der Beifahrerseite) zugeschaut. Fliegerbrille, Kotteleten, Ferkelwämser-Gang, wohl von diversen Ritten auf wilden Ponies und annähernd 20 Bullen, der letzte davon “Sparky” ein 2-jähriger, buntgescheckter Linkshornträger mit Hang zum narrischen buckeln. Amüsiert gespült und dann das Womo startklar gemacht.
Es ging weiter Richtung Süden, fast geradlinig nach Skien. Das Navi meinte was von 60km als wir links abbiegen sollten. Tja, wären wir gern, doch geschickterweise hatte der Straßenbaumeister Lars Schmalfuß wohl vor ca. 30 Jahren die kluge Idee gehabt, mal eine Straße zu bauen, die selbst für die künftige Flut an deutschen Bobils nicht geeignet erscheint, da sie mit einer Brücke von enormen 2,6m versehen ist. Das Womo hat 2,67m – eine Differenz, so klein sie auch ist, so unüberbrückbar wird sie bleiben – selbst mit Luft aus den Reifen.
Egal, dann die Alternativroute genommen, die überschaubare 25km länger war und sich – wie üblich bei Planlos-Tours – als die Bessere erweisen sollte. Wir kamen geschwind am Telemarks-Kanal in Ulefoss vorbei und bestaunten die bestimmt 20m Höhenunterschied, die hier auf  5 von Hand bedienten Staustufen überwunden werden. Ein wenig zugeschaut, wie ein Boot mitsamt Besatzung (2 Norwegern und einer Schildkröte namens Chayenne-Mary) durch die Schleuse heruntergefahren wurde und weiter ging es.
Im gleichen Ort ging es, angestachelt durch den illustren Namen “Holla” eine schmale Straße den Berg hinauf zu einer Kirchenruine. Wir hielten der Versuchung stand und fuhren an der lokalen Bingo-Halle vorbei, weiter eine der hier recht verbreitet als Straßen getarnten Panzerteststrecken hoch. Tatsächlich erspähten wir die Ruine und auch die Planen und Absperrungen mit der sie mettigelgleich gespickt war. Renovierungsarbeiten. Dennoch watschelten wir hin, fragten artig und wurden reingelassen.
Geologenspaß, die Erste: Diese Kirche und die Mauern um den Friedhof wurden aus Karbonatit gebaut!! http://de.wikipedia.org/wiki/Karbonatit  – Typlokalität. Fast ein mineralogischer Cosmic-Mind-Fuck. Echt seltenes Zeug und die bauen um 1100 damit ne Kirche.
Wieder rauf auf den Bock und Richtung Küste. Erster Campingplatz allgemein für doof befunden eine Schleife zurück Richtung Bamble nach Rognstranda. Der Platz wurde als weiträumiges Grün, mit tollen Bade- und Angelmöglichkeiten beschrieben.
Stimmt. Fast.

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Wir waren nicht allein. Gefühlt halb Norwegen hatte diesen Platz auserkoren und macht jetzt hier fein Camping an der Küste. Das weitläufige Grün war hier bedeckt von einem Camping-Dach an dem nächsten. An der Rezeption machte uns dennoch ein elanvoller junger Mann einen Platz unter den Bäumen nahe des Strandes schmackhaft und wir folgten ihm, bzw. seinem Golfmobil, kurz nachdem wir den Schock des Preises verkraftet hatten (310NOK + 60 fürs duschen). Egal, letzter Tag und wir stehen wirklich schön mit Blick auf das mit norwegischen Badegästen gefüllte Wasser und machen uns ruhige finale Stunden.

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Geologenspaß, die Zweite: Man solls nicht glauben, aber Planlos-Tours schickte uns wieder auf ein unescös erwähntes Geo-Denkmal. Unterhalb der Patschefüsse der norwegischen Kescherkinder liegt nämlich eine Grenze. Hier zwischen Kambrium (1,1 Mrd Jahre alt, hier  Gneise) und Präkambrium (500 Mio Jahre alt, hier Kalk- und Sandstein) . Man kann also g’schwind knapp 500-600 Millionen (!) Jahre überschwimmen. Wenn man die eiszeitlichen Paläo- und jetzt wieder Aktuo-Strände dazunimmt wirds noch mehr. Grandios.
Graziös und ob dieser geogeschichtlichen Zusammenhänge gänzlich unbewandert schwammen die beiden Begleiterinnen des Dipl. Geologen dann einfach so mal gschwind im Fjord umher. Wärmstes Wasser dieses Urlaubs. Schee!
Morgen noch mal 9km ca. nach Langesund und dann auf den Kutter nach Dänemark. In der Nacht gehts wohl nach Sankt-Peter zu einem schönen Zwischenstop mit lecker deutschem Frühstück.

10.07.2014 – Fahrerei, 37. Stabkirche, Smorebrod und wundervolles Nachtlager

Nach einer sehr erfrischenden Dusche (zumindest die ersten 10 Minuten danach bis man wieder komplett trockene Haare hatte und durchgeschwitzt war), lecker Frühstück und Blogbeiträge hochladen fuhren wir weiter Richtung Geilo. Hier erweckten die Ferienanlagen “Geilolia” unsere Aufmerksamkeit; was für ein klangvoller Name!
Chrischdl hatte im Reiseführer entdeckt, dass man in Geilo mit dem Sessellift auf 1100m fahren und oben wandern könne. Leider war die Beschreibung, wie man denn zu diesem Sessellift käme, wenig präzise und Chrischdl nicht fraus genug jemanden zu fragen, sodass wir unverrichteter Dinge weiterzogen, jedoch nicht ohne die schönste Ver-und Entsorgungsstelle des Landes – mit Gästebuch – zu bewundern und dort unser Grauwasser zu lassen.
Also weiter auf der 40 Richtung Nottoden, damit wir morgen noch einen entspannten Tag nahe Langesund verbringen können, wo am Samstag schon wieder die Fähre nach Hause geht.
Unterwegs rauschten wir in Rodberg (mit 500 Einwohnern größter Ort im Numedal!) vorbei. Eine Stabkirche! Eintritt 50 NOK. Nicht mit uns! Nicht mal schöne Fotos von außen waren drin, da an der Kirche gerade gebaut wird. So bewunderten wir die recht seltsam anmutenden Blockhütten drumherum, die sich nach oben hin verbreitern und nichts gleichen, was wir bisher gesehen haben, aber für diese Region wohl typisch sind, machten ein Päuschen mit verrückten Franzosen, die mit 4 Riesen-Womos unterwegs waren und sich wohl direkt im Souvenirshop der Kirche mit Schaffellen (oder war es doch der Nachbarshund?!) eindeckten – was liegt auch näher…

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Mit lecker Smorebrod (mit ekter smor) und Blaubeeren vom Wegesrand läuteten wir die nächste Pause an einem Rastplatz ein. Auch ein “Driver from Hell” wird mal müde und so machten wir zum ersten Mal in Norwegen Fahrertausch. Nun war es an Chrischdl, Schlaglöchern auszuweichen, Berge gekonnt hinauf und mit low gear wieder hinunter zu tuckern und das alles ohne den Verkehr hinter sich komplett aufzuhalten. Alles nicht so einfach. Ging dann aber doch irgendwie ganz gut, wobei die Straßen nun eher wieder mitteleuropäischem Standard entsprachen und nichts im Vergleich zu Lasslos Kurverei der letzten Tage.
Am See Heddalsvadnet wollten wir uns ein Plätzchen für die Nacht suchen. War nicht ganz so einfach, da um den See herum die Felsen ziemlich gerade nach unten abfallen und es direkt am See kaum ein Haus gibt, geschweige denn einen Parkplatz für unser Womo.

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Nach einigen Irrungen und Wirrungen mitsamt Schotterpiste kamen wir dann am wohl einzigen Badeplatz dieses Riesen-Sees an. Mittlerweile sind die Badegäste nach Hause gegangen und nur noch ein Aussteiger mit seinem alten Winnebago steht mit uns hier am See rum. Haben schon megakitschige Sonnenuntergangsfotos fabriziert und Tine und ich werden – nachdem wir die vorletzte Weinflasche verköstigt haben – demnächst ins Bett fallen, wo unser allerliebster Fahrer schon seit geraumer Zeit den Schlaf der Gerechten schläft. Ein Hoch auf unsern Busfahrer!
(Anm. d. Korrekturleserin Tine: undheutewerdichchrischdlbeimUNOschlagen!)

09.07.2014 Springende Ritter, Gipfelbesteigung extreme, Soft Is, 1:7! und 300 kg Fisch

Heute für Sie: Tine.

Nach der kurzen Nacht am langen See zauberte Tine wie gewohnt, allerdings verschlafen, Kaffee. Frühstück, das Übliche, man kennt das ja nun inzwischen. Los geht’s,

Planlos-Tours ging zunächst über die RV51 Richtung Ridderspranget. Springende Ritter, soso. Infotafel eingehend studiert, wir haben Routine. Mit extra viel Wasser und zwei Rucksäcken machten wir uns auf den vermeintlich laaaangen Weg, um zu sehen, wo der Ritter Sigvart Kvie der Liebe wegen schier unmöglich den reißenden Fluss Sjoa überquerte. Attraktiv, sicher, blond die Holde.. Nach unglaublichen 5-10 Minuten angekommen: Eine wirklich hinreißend-reißende Schlucht, durch die sich der Fluss mächtig wälzt. Grischdl mutig an den Rand gesetzt, Touri-Fotos. Wir sammelten ALLE Kräfte und stiegen zurück.

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Weiter: Auf der 51 weiter gen Süden. Östliches Jotunheimen. Ganz gewaltige Berge, viele davon. Sehr beeindruckend. Wir haben uns bisher an Fjorden und Inseln bewegt, jetzt sind wir 1390 m hoch. Der Vergleich lässt alles noch mächtiger wirken. Dennoch suchte sich Grischdl ein eher harmloses Exemplar von Berg aus um den Gipfel zu besteigen. Grade recht für relativ untrainierte (vor allem Tine..) Deutschtouris. Der Ausblick auf die Ebene war wahnsinnig. Gipfelzigarettle, zurück zum WoMo. Weiter.

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Inzwischen war es so unglaublich warm geworden, dass wir einstimmig beschlossen: SOFT IS! Sofort. Sonst Kollaboration. Tine schlief, beim Erwachen fand sie sich im Einkaufszentrum in Fagernes wider. Bier, Wurst, stinkender Ziegenhartkäse, der nach Karamell schmecken soll und aussieht wie Durchfall und anderes wurden besorgt.

In weiter Ferne, Luftlinie ca. 90 m, ein Areal, das nach Soft Is schrie. Wir sind gefahren, natürlich. Im Spar Lädle Erdbeeren abgegriffen, im Kiosk Soft Is und: das norwegische Pendant zur Bild. Wir durften erfahren: Deutschland hat Brasilien sowas von niedergebasht. Wir uferten spontan in FINALEEEEE-Gesänge aus, deutsche Fußballfachsimpelei mit Eis und Erdbeeren.

Immer weiter, Lasslo “The Driver of Hell” führte uns weiter äußerst sicher und geschickt auf der 51. Über Gol, Torpo und Ai, Campingplatzsuchmodus aktiviert, Grischdls Schlafbedürfnis auf 100%, fanden wir schließlich einen passablen Platz am Fluss. W-LAN yay!

Zum Abendessen gab es 300 kg frischen Fisch, geangelt von Turbo-Beginner Grischdl und Profi Lasslo, wir berichteten. Ein Teil in der Pfanne zubereitet, ein Teil besonders erwähneswert: Lasslo baute eine unheimlich ausgeklügelte Konstruktion, um über Rauch und glühenden Kohlen “Dorsch auf Brett” zuzubereiten. Fantastisch. Wir ringen nach Luft, wir sind so voll. Um 23:15 Router aus – NOOO. Saftladen. Gute-Nacht-Bier, Restwein, Mückentod sterben, ebenselbigem ggf. von der Schippe springen und schlafen.

Es dankt für die Aufmerksamkeit,

Gastschreiberin Tine

08.07.2014 – Norddal und Angelei, Geiranger

Heute war mal wieder ein sehr guter Tag. Wetter war bombig mit Sonnenschein und kaum Wind. Wir frühstückten draußen direkt am Fjord und Lasslo warf kurz danach die Angel aus. Chrischdl – von Natur aus neugierig – wollte sich vergewissern, ob das tatsächlich Spaß machen täte. Gemeinsam mit unseren holländischen Nachbarn standen wir bald darauf zu viert am Ufer und versuchten unser Glück. Nachdem die Holländer alsbald fast zeitgleich 2 Fische (?) aus dem Fjord zogen, mussten wir nachziehen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schwang auch Chrischdl gekonnt die Angel und hatte tatsächlich kurze Zeit später etwas am Haken. Die anfängliche Euphorie wich betretenem Schweigen, als sie einen ziemlich hutzeligen Mini-Seelachs an Land hievte. Am Auge gehakt! Nicht ganz so schön. Der Holländer eilte behände zu Hilfe, befreite den Lachs vom Haken und warf ihn zurück ins Wasser. Es gefiel ihm wohl recht gut am Ufer, denn auch etliche Minuten später konnte man ihn relaxt mit dem Bauch nach oben schwimmend im Seetang dümpeln sehen…aber letztlich erholte er sich und tauchte ab.
Nun gut, Anfängerin eben! Einige Zeit später sollte es dann aber doch ein richtiger Fisch werden. Mit vereinten holländisch-deutschen Kräften konnte ein 1,5 kg Seelachs an Land gebracht werden. Große Freude allenthalben und ich war sooo stolz. Mein erster Angeltag und solch ein Erfolg!IMG_3928

 

Chrischdl (stolz wie bolle), Seelachs (tot).

Lasslo fing uns noch einen Zossen-Dorsch und das Anglerglück war perfekt. Tine kann nun vorzüglichst Fische putzen.. und die Küche erst!

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Hiernach brauchten wir dringend eine Pause und schlenderten durch Norddal. Die Kirche (die ausnahmsweise mal keinen Eintritt gekostet hätte) war leider verschlossen, stattdessen machten wir eine kleine Shoppingtour durch den Joker-Markt und deckten uns mit neuen Fressalien ein.
Tine und Chrischdl wagten abermals einen Sprung in den kühlen Fjord, was mit Blick auf die ganzen Berge drumherum ein atemberaubendes Erlebnis ist.
Es war halber als wir uns dann schlußendlich unseren Nachbarn und Fjord verabschiedeten, die Holländer zum Dank noch mit einer Original-Odenwälder-Dosen-Brotworschd aus Katzedal versorgten und unsere Fahrt Richtung Jotunheimen aufnahmen.

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Wir fuhren auf der 63 am Geirangerfjord entlang mit Mega-Aussicht von der Serpentinenstraße runter auf den Fjord. Jedoch alles sehr tourimäßig angehaucht, so machten wir nur ein paar Fotos und weiter gings auf der 15 Richtung Gamro. Innerhalb ungefähr 6 km von Meeresniveau wieder hoch auf 1200m asten und oben dann mit 90 km/h übern Berg heizen hat schon was. Aber immer vorausschauend fahren wegen Rentieren und Elchen! Landschaft wie immer toll blabla und nun sind wir dann auch auf einem netten Parkplatz am See gelandet. Es gab lecker Fisch zum Abendessen. Und morgen dann auch nochmal, denn der Kühlschrank platzt aus allen Nähten (4 Dorschfilets & 2 Seelachsfilets).
Unsere elektrische Fliegenklatsche aka Toetslag tut tapfer ihren Dienst (Lasslo 6 – Fliegen 0!) und wir genießen das Leben.

07.07.2014 Trollstigen heraufge(t)rollt, Regen und Norddal

Wir frühstückten auf der 20° warmen Vogelinsel. Kein Scherz – am Abend vorher wurde es sehr kühl, doch über Nacht kam warmer Wind von Süden und so konnten wir bei fast Windstille draußen frühstücken.
Sachen gepackt und los ging es gen Osten, raus aus der umwerfend schönen Insellandschaft mit ihren zahllosen Eilanden und so schmal wie hohen Brücken. Wir streiften Alesund im Süden und eilten (so es deutsche WoMo-Schnarchnasen und LKWs es zuließen) die E136 und die E39 weiter bis wir nach Süden einschwenkten und uns von Meeresniveau über die weltberühmten Trollstigen bis auf über 600m hochschraubten.

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Die Trollstigen sind eine Reihe von Serpentinen, die recht spekatulär in den Berg gefräst wurden. Von oben hat man, wenn es das Wetter zulässt, einen tollen Blick auf das zurückliegende Tal und die es einrahmenden Berge (bis 1500m hoch). Wir besuchten den Aussichtspunkt und ergötzten uns am Anblick und an dem Potpourri der Touristenströme. Es fing an zu schütten und dieser Regen sollte uns auch durch das Gebirge begleiten.
Wir fuhren bis nach Linge und nahmen die Fähren nach Eisdalen und von dort kurvten wir direkt nach Norddal, fanden einen schönen Platz zum stehen und beschlossen, hier zu bleiben. Ein niederländisches WoMo stand nebenan und ein Norweger angelte. Lasslo beschloss, die wohl letzte Möglichkeit im Fjord zu angeln wahr zu nehmen und die Damenschaft las und entspannte im merklich besseren Wetter.
Die Angelei war recht erfolgreich und jetzt schlummern Dorschfilets und zwei kleine Seelachse im Kühlschrank. Wird ein Schmaus morgen.
Tine und Chrischdl waren dann so tough und sind in der Abendsonne noch im Fjord schwimmen gegangen. Spitze Schreie hallten kurz durch das Tal und dann war Totenstille. Wohl glücklich beseelte Freude, denn nach guten 30min kamen beide Frauen wieder und strahlten ob der Planscherei.
Morgen gehts es wohl gen Jotunheim.

06.07.2014 – Gletscher und eine Runde um Runde drum rum

Wir sind mal wirklich früh raus und dank Tine war auch schon Kaffee aufgesetzt. Es sollte zum Jostedalbreen gehen um sich dort 2 Gletscherzungen zu anzusehen. Gesagt, getan. Hingegurkt und hingetapert und “oooh” gesagt. Kühen gewunken und tolle Touristenfotos gemacht.

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Danach wurde viel gefahren, sollte doch heute Runde erreicht werden. Wir spulten die gut 200km in 3,5h runter und waren kurz vor 4 am Campingplatz auf Runde. Glück gehabt. Denn genau um 4 ging die letzte Rundfahrt um die Insel und das Wetter war ca. 10km vor Runde von “Superpiss” auf schön und sonnig umgeschlagen. Flott Tickets gekauft und 2km zurück zum Hafen gehuscht und aufs Boot “Aquila” geeilt. Zusammen mit einem halben Dutzend Franzosen und dem holländischen Kapitän Juhan machten wir uns auf die 2-stündige Rundfahrt um jede Menge Vögel zu sehen.

Das taten wir dann auch. Krähenscharben, Gryllteisten, Trottellummen, Tordalke, Basstölpel, Dreizehenmöwen, Seeadler und Papageientaucher! War wunderbar und wirklich Pflichtprogramm für einen Tag auf Runde.

Nach dem Abendessen ging es dann rauf zum Vogelfelsen. 200 stramme Höhenmeter und Nebel (begleitet von Skuas) auf der Kuppe. Aber wir sind es dennoch angegangen und kamen gegen 9 Uhr Abends am Felsen an. Ein wenig verpeilt links und rechts abgebogen, 2 größere Brocken heruntergesprungen und da saßen sie – zwei Papageientaucher nur 2m von uns entfernt. Kurz dahinter ein paar Tordalke. Orni-Himmel.

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Fotos gemacht und eine ganze Weile den Vögeln beim An- und Abflug von bzw. in den steilen Abgrund zugeschaut.

Beim Rückmarsch dann noch einen kurzen Plausch mit den Einheimischen gehalten:

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Absackerbierchen und Bett. Wurde kalt.